Illustrative Aufnahme eines Rehs ohne Geweih am ruhigen Waldrand

Reh und Rothirsch unterscheiden: Erst beobachten, dann benennen

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Ein Tier ohne Geweih ist nicht unbedingt ein Reh. Diese Verwechslung passiert oft, wenn man Bilder nur kurz ansieht. Reh und Rothirsch sind zwei verschiedene Arten – das Reh ist nicht einfach das weibliche Tier des Hirsches. Für Jagdschüler ist es wichtig, zuerst den Namen zurückzustellen und stattdessen die sichtbaren Merkmale zu beschreiben.

Nicht mit dem Geweih anfangen

Die Deutsche Wildtier Stiftung stellt beide Arten in eigenen Porträts vor. Das Reh ist deutlich kleiner und hat einen anderen Körperbau als das Rotwild. Auf einem einzelnen Foto kann die Größe aber täuschen, besonders wenn kein vertrauter Vergleichsmaßstab vorhanden ist. Ein nah aufgenommenes Reh kann auf dem Bild größer wirken als ein weiter entfernter Rothirsch.

Deshalb ist es wichtig, sich die gesamte Form anzuschauen: Körper, Hals, Kopf und die Verhältnisse zueinander. Schreiben Sie zuerst auf, was Sie auf dem Foto erkennen. Ein Geweih kann zusätzliche Hinweise geben, sollte aber nicht allein entscheiden, welche Art vorliegt. Weibliche Tiere beider Arten tragen normalerweise kein Geweih. Außerdem zeigen Lernbilder nicht immer die gleiche Jahreszeit oder Altersgruppe.

Mit eindeutig bestimmten Vergleichsbildern lernen

Legen Sie für den Anfang zwei klar beschriftete Bilder nebeneinander, auf denen die Tiere von der Seite und vollständig zu sehen sind. Die Porträts der Deutschen Wildtier Stiftung sind ein guter Start. Arbeiten Sie zunächst mit wenigen Bildern, deren Zuordnung klar ist, statt mit einer großen Sammlung ohne sichere Bezeichnung.

Decken Sie dann die Namen ab und erklären Sie Ihre Wahl jemandem anderem. Die Antwort sollte mehr als nur ein Gefühl sein. Wenn Sie nur sagen können, dass das Tier wie ein Reh aussieht, fehlt die Begründung. Gehen Sie zurück zu den Bildern und nennen Sie das Merkmal, das Sie wirklich erkannt haben.

Verdeckte Merkmale nicht ergänzen

Ein Bild kann den hinteren Bereich verdecken oder nur einen kleinen Teil des Kopfes zeigen. Versuchen Sie nicht, das Fehlende aus der Erinnerung zu ergänzen. Halten Sie sich an das, was Sie sehen. Gerade bei schlechten Fotos ist eine ehrliche Unsicherheit besser als eine falsche Antwort, die nur geraten wurde.

Eine Beobachtung in der Natur muss nicht sofort zu einer Bestimmung führen. Bleiben Sie auf erlaubten Wegen, halten Sie Abstand und vermeiden Sie Störungen. Ein Tier muss nicht verfolgt werden, um ein gutes Lernbild zu liefern. Notieren Sie stattdessen die sichtbaren Merkmale und besprechen Sie die Beobachtung später im Kurs. Verhalten und Umgebung können Hinweise geben, ersetzen aber nicht die erkennbare Form.

Artenkenntnis von anderen Entscheidungen trennen

Diese Übung hilft beim Lernen der Arten. Aus der Zuordnung eines Fotos folgt keine Aussage über Jagdfreigabe oder andere Entscheidungen im Revier. Solche Fragen brauchen mehr Kenntnisse und die geltenden Vorschriften. Für den Lernabend reicht ein kleines Ziel: Reh und Rothirsch an eindeutig bestimmten Bildern klar zu vergleichen und zu erklären, warum eine Aufnahme noch keine sichere Antwort erlaubt.

Quellen und weiterführende Hinweise